Zum Wolf in Kärnten

Wolf

Der Wolf unterliegt in Europa einem strengen Schutz. Bei einem gesicherten Bestand von geschätzten 20.000 Individuen verteilt auf ganz Europa, ist der aktuelle Schutzstatus zu hinterfragen. Erste Ansätze den Schutzstatus zu senken gab es bereits, scheiterte aber auch am massiven Widerstand einzelner Organisationen. Der Wolf ist ein gutes Geschäft. Mit einem Beitrag von 10 bis 1000 Euro monatlich kann man bei einschlägigen „Unternehmen“ eine Wolfspatenschaft übernehmen. Bezahlen kann man leicht, und direkt mittels Kreditkarte. Aus meiner Sicht eine widerliche Geschäftemacherei, auf Kosten von Personen, welche den vollen Umfang und Zusammenhang nur schwer abschätzen können. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist ein Herabsetzen des Schutzstatus des Wolfs wenig realistisch – aber die letzten Jahre haben uns gezeigt, dass vieles anders gekommen ist, als wir es alle gedacht haben.

 

Auch die letzten Wochen haben gezeigt, dass sich die Verhältnisse rasch ändern können. Bereits im April richtete der Wolf große Schäden in Oberkärnten an. Auch die fehlende, eigentlich natürliche Scheue eines wilden Tieres, war auffallend. Plötzlich war der Wolf nicht nur mehr Thema bei den Schafbauern, sondern auch in der örtlichen Gemeinschaft. Die Zahl der Sichtungen und Risse ließ nichts Gutes erahnen, ebenso wenig die Individuen, die um Bushaltestellen schlichen und auch am Tage mitten durch Hofstellen und Ortschaften spazierten. Bereits kurze Zeit darauf erfolgte Aufgrund der “Kärntner Wolfsverordnung“ die erste Abschussfreigabe in Stall, kurze Zeit darauf jene in Greifenburg.

 

Wie erfolgt die Freigabe und was muss dabei berücksichtigt werden? Vorab unterscheidet die Verordnung zwischen einem „Risikowolf“ und einem “Schadwolf“. Bei den beiden Freigaben im April hat es sich um einen „Risikowolf“ gehandelt. Als ein solcher gilt er, wenn er sich in einem Umkreis von weniger als 200 Meter von vom Menschen genutzten Gebäuden, Stallungen und Viehweiden oder beschickten Fütterungsanlagen für Rotwild aufhaltet oder wiederholt sachgerecht geschützte Nutztiere tötet oder verletzt.

 

Risikowölfe können vom Grundeigentümer, vom Tierhalter, sowie von einem Jäger durch optische und akustische Signale vergrämt werden. Im Falle der Erfolglosigkeit von Vergrämungsmaßnahmen haben Jäger des betreffenden Jagdgebietes zur Vergrämung einen Warn- oder Schreckschuss mit einer Jagdwaffe abzugeben. Im Falle der Erfolglosigkeit der Vergrämung von Wölfen können Risikowölfe von einem Jäger mit einer Jagdwaffe weidgerecht erlegt werden.

 

Jede Vergrämung ist vom Einschreiter unverzüglich dem Wolfsbeauftragten des Landes Kärnten beim Amt der Kärntner Landesregierung – Abteilung 10 – Land- und Forstwirtschaft, Ländlicher Raum, telefonisch und schriftlich (per E-Mail oder Fax) zu melden. Die Meldung (Sichtung, Vergrämung, Warnschuss etc.) sollte unverzüglich auf der Homepage der Kärntner Jägerschaft erfolgen (https://www.kaerntner-jaegerschaft.at/meldungen/vergraemung-eines-wolfes). Grundsätzlich wird empfohlen, jede Wolfssichtung zu melden.

 

Sollte der Wolf nach der 2 Vergrämung nicht flüchten bzw. sollte sich innerhalb von vier Wochen nach der ersten Vergrämung, in einem Radius von 10 km vom Ort der ersten oder zweiten Vergrämung, neuerlich ein Wolf im Umkreis vonweniger als 200 Meter von vom Menschen genutzten Gebäuden, Stallungen und Viehweiden oder beschickten Fütterungsanlagen aufhalten, dann kann eine weidgerechte Erlegung des Wolfes durch den zuständigen Jäger mit einer Jagdwaffe stattfinden. Dies bedeutet, dass sich das Tier nach der Freigabe zuerst wieder in diesen 200 Meter Radius aufhalten muss, um diesen erlegen zu dürfen. In weiterer Folge kann dieser jedoch innerhalb des gesamten 10 km Radius entnommen werden.

 

Beim Schadwolf hingehen, gelten etwas andere Bestimmungen. Auf bewirtschafteten Almen können, sofern kein gelinderes Mittel (Vergrämung,Fang, Besenderung, etc.) in Betracht kommt, Schadwölfe von einem Jäger durch Abschuss erlegt werden, wenn solche in diesem Bereich nachweislich 20 Nutztiere innerhalb von einem Monat getötet oder verletzt haben, nachweislich 35 Nutztiere innerhalb von drei Monaten getötet oder verletzt haben, oder nachweislich 15 Nutztiere innerhalb von einem Monat getötet oder verletzt haben, nachdem im vorherigen Kalenderjahr bereits Schäden (Risse und Verletzungen von Nutztieren) durch Wölfe festgestellt wurden. Die Entnahme durch Abschuss ist nur zulässig, wenn sie binnen vier Wochen nach dem letzten festgestellten Rissereignis erfolgt. Die Entnahme ist in dem Jagdgebiet, in dem die letzten Risse festgestellt wurden und in den an dieses Jagdgebiet angrenzenden Jagdgebieten vorzunehmen. Die Entnahme darf jedoch höchsten in einem Radius von 10 km um die festgestellten Risse erfolgen. Wenn aufgrund einer genetischen Analyse eines entnommenen Wolfes feststeht, dass es sich nicht um den schadverursachenden Wolf handelt, dann ist die Entnahme eines weiteren Wolfes unter bestimmten Voraussetzungen, zulässig. Jede Entnahme ist vom Jagdausübungsberechtigen unverzüglich dem Wolfsbeauftragten des Landes Kärnten zu melden.

 

 → von Montag 7.30 Uhr – Freitag 13 Uhr dem Wolfsbeauftragten des Landes Kärnten Herrn Mag. Roman Kirnbauer, roman.kirnbauer@ktn.gv.at , Tel.: 06 64 80536 11416

→ von Freitag 13 Uhr – Montag 7.30 Uhr unter der Risshotline Tel.: 0664 80536 11499

 

Wird eine Hybridisierung zwischen Wolf und Hund von der Behörde festgestellt, so ist eine Entnahme dieser Hybriden bis zur dritten Generation, einschließlich ihrer Welpen, durch einen Jäger zulässig.

 

Die Einschätzung der Erforderlichkeit einer Entnahme eines schwer verletzen oder erkrankten Wolfes mit dem Ziel, diesen von seinem Leiden zu erlösen, wenn dieser schwer verletzt oder erkrankt aufgefunden wird und offensichtlich erhebliche Schmerzen erleidet, sowie die Entnahme eines solchen Wolfes obliegt dem Jäger.

 

Aktuelle Informationen finden sie auch immer auf unserer Homepage oder auf der Kärntner JagdAPP.

 

Weidmannsheil,

Ihr Mario Deutschmann

Verwaltungsdirektor